St. Laurentius Kirchheim

Ein repräsentatives Äußeres für St. Laurentius

Die „KiBa-Kirche des Monats November“ wird verputzt

Die „Laurentiusnacht“ war ein im wahrsten Sinne voller Erfolg: Kaum ein Sitzplatz blieb frei, als am Abend des 12. September die Weimarer Big Band „True Note“ in der St.-Laurentius-Kirche in Kirchheim aufspielte. „Die Stimmung war von Anfang an großartig“, sagt Pfarrerin Christiane Bosse. Und so blieb es auch bis zum Schluss, nachdem sich alle Besucher - gesättigt von Wein, Kanapees und schönen Tönen – auf den Nachhauseweg machten, irgendwann kurz vor Mitternacht. Die „Laurentiusnacht“ ist inzwischen ein traditioneller Höhepunkt des Gemeindelebens im thüringischen Ilmkreis, und sie dient neben der Erbauung der Zuhörer einem weiteren Zweck: Die Eintrittsgelder kommen der Restaurierung der Kirche zugute.

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St. Laurentius Kirchheim 

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St. Laurentius Kirchheim 

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Schon der Ortsname lässt keinen Zweifel: In Kirchheim gehören Dorf und Kirche fraglos zusammen. „Die Kirchheimer lieben ihre Kirche“, weiß Christiane Bosse. Auf einer Anhöhe am nördlichen Dorfrand gelegen, ist das aus dem 12. Jahrhundert stammende Bauwerk weithin sichtbar, insbesondere seit um 1500 der spätgotische Turm errichtet wurde. Das Kirchenschiff der ursprünglich romanischen Saalkirche musste Ende des 17. Jahrhunderts abgerissen werden. Mit dem Neubau, der 1706 beendet war, fand eine deutliche Barockisierung der Kirche statt. Charakteristisch für St. Laurentius ist die Bemalung im Inneren: Die Brüstungsfelder der umlaufenden Emporen zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, Langhaus und Chor wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Ernst Liebermann in kräftigen Farben mit biblischen Szenen und Figuren ausgemalt. Ebenfalls bemerkenswert sind der kunstvoll gestaltete Taufstein von 1685 und der barocke Kanzelaltar, der auf das Jahr 1742 zurückgeht. Das älteste Ausstattungsstück befindet sich an der Südwand des Chores: Ein spätgotischer Schnitzaltar mit bemalten Außenflügeln, der um 1440 in einer Erfurter Werkstatt entstanden sein soll.
 
Saniert werden muss die Dorfkirche indes von außen: In diesen Tagen ist es der Chorraum, der ein Gerüst trägt: Ein besonderer Putz wird aufgetragen, „einer, wie er zu Barockzeiten üblich war“, erläutert die Pfarrerin. Lange Zeit, berichtet sie, sei das Gebäude überhaupt nicht verputzt gewesen, viele Steine sind vom Wasser ausgehöhlt. Die Stiftung KiBa fördert die Arbeiten in diesem Jahr mit 18.000 Euro; davon kommen 8.000 Euro aus einer zweckgebundenen Spende des Fördervereins. Ist dieser Bauabschnitt geschafft, folgt die Außensanierung des Kirchenschiffs. Eine solide und angemessen repräsentative Außenhaut für die Schätze im Inneren: Rund 1,3 Millionen Euro wird die Instandsetzung von St. Laurentius, die im kommenden Jahr beendet sein soll, dann ungefähr gekostet haben.  

Für die Akquise von Spendengeldern setzt sich seit 2006 auch der „Förderverein St. Laurentius e.V“ ein: Neben dem Big-Band-Konzert und Benefizkonzerten mit Chören aus der Region werden auch regelmäßig Veranstaltungen wie Osterfeuer, Weihnachtsmarkt, Kinder- und Seniorennachmittage mit Kaffee und Kuchen im Ort organisiert. Eine Broschüre über die Emporenmalerei der Kirche wird zum Verkauf angeboten - alle Einnahmen kommen der Sanierung der Kirche zu.

Oft haben die Förderer bzw. Gemeindeglieder auch selbst Hand angelegt, wenn es darum ging, die Restaurierung konkret zu unterstützen. „Bei der Entfernung des alten Fußbodens zum Beispiel haben viele aus der Gemeinde, ob jung oder alt, tatkräftig geholfen“, sagt Christiane Bosse, die den neuen, ziegelroten Fußboden „wunderschön“ findet. Sie freut sich auf den ersten Gottesdienst ohne Gerüst im kommenden Jahr – und darauf, St. Laurentius neben den Gottesdiensten weiter für unterschiedliche Veranstaltungen zu öffnen, um wieder mehr Menschen zu gewinnen, die (noch) nicht der Kirche angehören.