Kirche des Monats

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Viele Herzen für die Marktkirche in Neuwied

KiBa-Kirche des Monats März 2017

(Alles) Auf Schiefer setzte die Kirchengemeinde im rheinland-pfälzischen Neuwied. Für die Gewinnung von Spenden zur Sanierung der Marktkirche wurden zum Beispiel Schiefertafeln in Herzform auf dem Stadtmarkt verkauft. Ein leibhaftiger Dachdecker saß dort am Bock und schlug den Schiefer vor den Augen der Marktbesucher in die gewünschte Form. Fünf Euro gaben diejenigen, die "ein Herz für die Marktkirche" besaßen und besitzen wollten. "Die Aktion lief wirklich gut", erinnert sich Pfarrer Werner Zupp, der begeistert ist von der großen Spendenbereitschaft der Neuwieder für die "Kirche des Monats März 2017" der Stiftung KiBa. Mehr als 150.000 Euro, sagt er, sind schon auf das Spendenkonto der Gemeinde eingegangen.

Auch das Angebot, größere Teile des Daches käuflich zu erwerben, erfreute sich großer Resonanz. "Jeder, der für einen Quadratmeter Dach gezahlt hat, wird auf einer Schieferstele vermerkt, die im Kirchgarten aufgestellt wird", erklärt Werner Zupp. Aber damit nicht genug der Ehre: Im Rahmen eines "Dankeschönabends" haben alle bisherigen Spenderinnen und Spender neben einer Urkunde ein Stück Originaldachdeckung ihrer Kirche erhalten. "Diese Schiefertafeln aus dem Jahr 1885 kommen sehr gut an", weiß der Pfarrer. Außerdem gab es eine exklusiven Vortrag vom Baukirchmeister der Gemeinde, verbunden mit einer Führung durch das Kirchendach vom baubetreuenden Architekten - die Verantwortlichen wissen, was sie den Spendern schuldig sind. Ausgedacht haben sich diese und viele andere Aktionen die Mitglieder der "Sponsoring- und Spenden-AG", in die Werner Zupp auch Neuwieder  Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zur Mitwirkung eingeladen hatte. "Es ist gut, wenn man ,Zugpferde' hat, die das Projekt in der Stadt voranbringen".

"Und es ist nötig", fügt er sogleich hinzu. Denn große Teile der derzeitigen Schieferdeckung der Marktkirche sind zu alt, um ihren Dienst noch gut genug tun zu können. Viele Schieferplatten sind gebrochen, eindringender Regen hat Teile des Dachstuhls anfaulen lassen. Sogar die Innenwände der Kirche lassen Feuchtigkeitsschäden erkennen. Die Gemeinde handelte schnell. Im vergangenen Jahr ist bereits der Unterbau des Daches im Hauptschiff restauriert worden. Auch das Dach der westlichen Kirchenseite ist nach Aussage des Pfarrers "so gut wie fertig". In diesem Jahr sollen die Ostseite und die Apsis folgen; die Stiftung KiBa fördert den anstehenden Bauabschnitt mit 20.000 Euro.

Die neugotische Hallenkirche im Zentrum Neuwieds wurde vor mehr als 130 Jahren, von 1881 bis 1884, erbaut. Sie bietet Sitzplätze für 900 Besucher und ist damit die größte Kirche im Kirchenkreis. Besuchern steht die Marktkirche jeden Tag offen, ebenso wie das direkt daneben gelegene "Café Auszeit". Neben wöchentlichen Gottesdiensten wird die Marktkirche ihrer Größe wegen gern für Veranstaltungen der Landeskirche und der kommunalen Gemeinde genutzt. 

Dass die KiBa die Marktkirche fördert, freut die Neuwieder sehr, betont Werner Zupp, der kürzlich sein 30-jähriges Dienstjubiläum gefeiert hat. Aber der Pfarrer macht sich auch Sorgen: Die Kosten der Sanierung drohen, die Kalkulation zu übersteigen. "Wir hatten mit maximal 620.000 Euro gerechnet, jetzt sind wir schon bei 600.000 Euro". Des besonders kalten Winters wegen konnten die Arbeiten in diesem Jahr deutlich später beginnen als geplant. Trotzdem könnten sie im April beendet sein. Dann hofft Pfarrer Zupp mit einem großen Benefiz-Abschlusskonzert noch einmal ausreichend finanzielle Unterstützung einzuspielen.

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Förderanträge an die Stiftung für Bauvorhaben, die im Jahr 2018 verwirklicht werden sollen, können bis Juni 2017 gestellt werden.

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 15. Mai 2017 17:09