Dorfkirche Garrey

Preisgekröntes Engagement für die geistliche Heimat

In Garrey wird die Dorfkirche instandgesetzt

Garrey ist ein kleines Dorf im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die Bewohner des beschaulichen Angerdorfs, dessen Häuser sich um einen kleinen Teich herum gruppieren, lassen sich unschwer zählen: 86 sind es derzeit. Was nach Einöde und Tristesse klingen könnte, beschreibt tatsächlich ein höchst lebendiges Örtchen. Das haben die Garreyer sogar schwarz auf weiß: Im landesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ belegte Garrey 2011 den dritten Platz. Eine zentrale Rolle spielte dabei die kleine Feldsteinkirche aus dem 14 Jahrhundert, die die Stiftung KiBa als „Kirche des Monats September“ würdigt. Bis zu ihrer Schließung vor zwei Jahren war sie ein beliebter Ort der Gemeinschaft: Die Gottesdienste wurden von Gemeindegliedern mit vorbereitet, eine pensionierte Kantorin erteilte Orgelunterricht, ein kleiner Dorfchor fand zusammen, Konzerte und andere Veranstaltungen waren gut besucht.

Dorfkirche%20Garrey

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Gefördert wurde und wird die Lebendigkeit in Kirche und Dorf durch den „Freundeskreis der Garreyer Kirche“, der fast so viele Mitglieder hat wie Garrey Einwohner: 73 Menschen zwischen Lübeck und Südtirol wollen mit wortwörtlich vereinten Kräften den Erhalt der Kirche fördern. Auch dieses Engagement ist schon preisgekrönt: Beim Wettbewerb „Startkapital für Kirchen-Fördervereine“ des Förderkreises Alte Kirchen Berlin/Brandenburg erhielt man vor zwei Jahren eine mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung. Derartigen finanziellen und ideellen Rückenwind kann man in Garrey gut gebrauchen: Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Kirche nicht mehr restauriert worden; eine Sanierung des einsturzgefährdeten Gebäudes ist unumgänglich.

Zu Beginn ihres Daseins war die Kirche noch kleiner als heute; im 15. Jahrhundert wurde sie um einige Meter nach Osten verlängert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, bei dem das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, kam es 1681 zum Wiederaufbau – in diesem Jahr wurden die heute noch erhaltene Bronzeglocke und der liegende Dachstuhl gefertigt. Ebenfalls auf das 17. Jahrhundert geht der Altar zurück, ebenso wie Teile des üppig verzierten Chorgestühls an der Süd- und Nordwand. Die einheitlich gestalteten Kirchenbänke wurden im 19 Jahrhundert installiert.

Nachdem im vergangenen Jahr die Sanierung des Turmfachwerkes und des Westgiebels erfolgreich abgeschlossen werden konnte, steht in diesem Jahr das Dach der Kirche im Fokus. Auch die Fassaden sollen – mit Ausnahme der westlichen – erneuert werden, ebenso  einige Fenster und die große Tür. Die Stiftung KiBa fördert das Vorhaben in diesem Jahr mit 18.000 Euro. Wenn der Bau von außen wieder instandgesetzt ist, soll auch im Inneren noch Hand angelegt werden. Am Ende aller Arbeiten werden unter dem Strich Kosten von knapp einer halben Million Euro stehen.

Drei überregionale Radwanderwege kommen in Garrey zusammen – eine neu herausgeputzte Kirche soll mit dafür sorgen, dass die Radfahrer absteigen und im Dorf verweilen wollen. Regelmäßige Gottesdienste und Andachten, Konzerte, Vorträge und Ausstellungen sind geplant, Führungen in der Kirche, die künftig im Zusammenspiel mit dem örtlichen Gasthof auch für Familienfeiern zur Verfügung stellen soll. Die Dorfbewohner dürfen sich kulturell und geistlich beheimatet wissen – und natürlich freut man sich im Dorf, wenn sich künftig noch mehr Menschen entschließen, Garrey einen Besuch abzustatten.