"Der Alte vom Berge" Witzhelden

„Der Mensch braucht einen Mittelpunkt“

In Witzhelden wird „der Alte vom Berge“ restauriert

Ein Star in den neuen Medien wird er wohl nicht werden, der „Alte vom Berge“. Aber immerhin gibt es ein Video von ihm auf dem Internetportal Youtube - elf Minuten lang und von mehr als 400 Personen schon angeschaut – was einer kleinen Sensation nahekommt. Denn das Video besteht aus einer einzigen Einstellung; der „Alte vom Berge“, eigentlich nur halb zu sehen, bewegt sich nicht. Kann er auch gar nicht, denn es handelt sich nicht etwa um eine neue Version von Heidis Großvater auf der Alm, sondern um einen Kirchturm in Nordrhein-Westfalen. Der große, aus Bruchsteinen gefügte Turm in Witzhelden stammt aus dem 12 Jahrhundert und hat – vermutlich nicht allein seines im Video dokumentierten Geläutes wegen - offenbar eine respektable Fangemeinde.

Das zeigt sich an der kleinen Medienkarriere des am Rande des Bergischen Landes beheimateten Turms, und auch an der liebevollen Bezeichnung, die er einst von einem Witzheldener Volksschullehrer bekommen haben soll, und die sich bis heute hält. Aber das ist nicht alles: Zusammen mit dem um 1769 entstandenen Kirchenschiff im Stil des Bauernbarock bildet der am Eingang der Hauptstraße  thronende „Alte vom Berge“ die spirituelle und räumliche Mitte des sechseinhalb tausend Bewohner zählenden Ortes. Seit den 70er Jahren gibt es einen Kirchbauverein, der sich um das Wohl des Ensembles kümmert.

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Der Alte vom Berge Witzhelden 

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Für dieses Wohl ist derzeit einiges zu tun: Nachdem im vergangenen Jahr die Außensanierung des Kirchenschiffs unternommen wurde, geht es nun an die Ertüchtigung des romanischen „Alten“. Wenn die Arbeiten an der Fassade beendet sind, werden die Sanierer ins Innere der Kirche umziehen und die Risse in den Mauern von dort aus bearbeiten. Das soll nach den Plänen des Architekturbüros im Juni geschehen. Vom Beginn der Sommerferien bis Mitte Oktober werden die evangelischen Gottesdienste in Witzhelden deshalb dank einer gut funktionierenden Ökumene in der 300 Meter entfernten katholischen Kirche stattfinden.

Die Stiftung KiBa, die das Gotteshaus in Witzhelden als „Kirche des Monats April“ würdigt, fördert deren Sanierung mit 10.000 Euro. „Das hilft uns sehr“, sagt Pfarrer Stephan Schneider. Den finanziellen Eigenanteil der mit insgesamt rund 400.000 Euro veranschlagten Maßnahmen bringen Gemeinde und Kirchbauverein gemeinsam auf. Schneider erinnert sich gern an das Kirchbaufest im vergangenen Jahr, bei dem an vielen Ständen rund um die Kirche Waren, Geschenke und Köstlichkeiten aller Art zugunsten der Kirchensanierung verkauft wurden. Und an die Benefizkonzerte wie das mit der Show-Organistin Claudia Hirschfeld und Johannes Groß, dem Kopf der „German Tenors“. Nicht zu vergessen die vielen Werbe-Aktionen des Fördervereins, der fast 100 Mitglieder hat und sich ständig um weiteren Zuwachs bemüht.

Der Pfarrer wundert sich nicht über das Engagement der Bürger in Witzhelden und Umgebung für den „Alten vom Berge“. Er weiß: „Der Mensch braucht einen Mittelpunkt, ein seelisches und konkret räumliches Dach über dem Kopf. Das ist in unseren zunehmend unbehausten Zeiten wesentlich“.