Dorfkirche Alt Karin

„Eine Kirche instand zu halten lohnt immer“

Die „KiBa-Kirche des Monats Mai“ in Alt Karin soll mehr Pilger und Hochzeitswillige anlocken

Alt Karin ist eine beschauliche, von Feldern umgebene Ortschaft in der Gemeinde Carinerland im Landkreis Rostock. Etwa 260 Menschen leben dort, zum Dorf gehören ein paar Fachwerkwohnhäuser, ein stattliches Gutshaus, ein kleiner Friedhof und die Dorfkirche aus Backstein, die seit dem frühen 13. Jahrhundert zum Gottesdienst einlädt.

Heute finden dort nicht mehr jeden Sonntag Gottesdienste statt – 32 Gemeindeglieder gibt es im Dorf –, trotzdem ist das frühgotische Kirchlein, das die KiBa als „Kirche des Monats Mai“ würdigt, für viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle. Da sind zum einen die Pilger, berichtet Pastor Olaf Pleban. Alt Karin liegt an der „Via Baltica“, einem norddeutschen Teil des Jakobswegs. Das „kleine, schnuckelige“ Gemeindehaus ist mit Klappbetten, Küche und Bad auf Besucher mit müden Füßen eingerichtet. Rund 180 sind es im vergangenen Jahr gewesen, und: „dass man hier gut unterkommen kann, spricht sich herum“.

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Vor allem das Innere der einschiffigen Kirche mit ihrem mächtigen Westturm zieht die Menschen an. Vielbestaunt ist zum Beispiel der mit Ornament- und Figurenschnitzereien verzierte Kanzelaltar aus dem Jahr 1736, aus demselben Jahrhundert stammen das Pastorengestühl und die Loge an der Chorseite. Gern wird die wertvolle Barockausstattung von Paaren zur Kulisse für ihre Hochzeit gewählt. „Aus Hamburg, Berlin, München kommen Brautpaare her“, sagt Pleban, der jährlich rund ein Dutzend Trauungen in Alt Karin vornimmt. Begünstigt wird die Nutzung der Kirche als Ort für feierliche Ja-Worte durch die Anwesenheit der umliegenden Gutshäuser, die für die Ausrichtung größerer Feierlichkeiten ausgestattet sind.

Auch die Eignung als Hochzeitskirche kann verbessert werden, meint der Pastor – wenn die entsprechenden Sanierungen erfolgt sind. Insbesondere das Dach über dem Chorraum muss gesichert werden; der Verbund des Dachstuhls ist marode, das Mauerwerk drückt die Balken weiter auseinander, „die Risse, die dort zu sehen sind, machen uns Sorgen“. Sind diese Schäden behoben, wird das übrige Dach instandgesetzt, dann das Holzgebälk im Turm und am Schluss, sofern die Mittel reichen, „wird auch noch ein bisschen was für die Optik gemacht“, so Pleban.

450.000 Euro werden die Baumaßnahmen insgesamt kosten, 120.000 Euro hat die Gemeinde schon gesammelt, die Unterstützung der Stiftung KiBa von 20.000 Euro inklusive. Pastor Pleban weiß: „Der Rest muss noch wachsen“. Alle Haushalte im Kirchspiel will er anschreiben, ebenso alle noch lebenden ehemaligen Täuflinge und Konfirmanden. Zuversichtlich ist er, dass sich auch in der Gemeinde noch viel Engagement wecken lässt: „Sobald Aktivitäten beginnen, werden sich die Menschen mit Kreativität und Ideen einkoppeln“. Ob sich der große Aufwand für die kleine Gemeinde lohnt, ist für ihn keine Frage: „Eine Kirche instand zu halten lohnt sich immer“, betont er. „Und wenn wir es außerdem schaffen, das gemeindliche Zusammensein mit noch mehr Leben zu füllen, umso besser.“