St. Marien Bleicherode

„Hier könnte Ihr Name stehen“

St. Marien im Südharz ist die „KiBa-Kirche des Monats Januar 2018“

Weihnachten brachte auch im vergangenen Jahr große Herausforderungen mit. Was kann man bloß verschenken? Die St. Mariengemeinde in Bleicherode im Südharz hatte da eine gute Idee.

Besonders, individuell, einmalig – so soll das perfekte Geschenk sein. Wenn sich damit überdies noch etwas Gutes bewirken lässt und der Beschenkte sich gerne und über eine lange Zeit daran erinnert, umso besser. Die Kirchengemeinde St. Marien macht sich diese Anforderungen zunutze: Wer mindestens 100 Euro spendet, bekommt ein kleines Messingschildchen mit seinem Namen, das gut sichtbar an die Rückseite einer Kirchenbank geschraubt wird. Ein über Jahrzehnte „reservierter Sitzplatz“ ist ein originelles Geschenk. Und außerdem eine gute Tat: Das Geld kommt der Instandsetzung der Kirche zugute; Mauerwerk und Fassade am Kirchenschiff werden renoviert. Der Dank nachfolgender Generationen sei dem Spender damit sicher, heißt es auf der Facebookseite der Gemeinde: „Hier könnte Ihr Name stehen“.

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St. Marien besitzt eine überaus lebendige Gemeinde; es gibt wöchentliche Angebote für fast jede Altersgruppe. Ein Schwerpunkt liegt auf der musikalischen Arbeit – Kantorei, Kinderchor, Flötenkreis und Bläser bringen die Kirche zum Klingen. Besonders stolz ist man auch auf die 2013 restaurierte wunderschöne Knauf-Orgel mit ihren 26 Registern auf zwei Manualen und dem sehenswerten klingenden Prospekt. Das Instrument zieht regelmäßig überregionale Konzertbesucher an. Überhaupt ist die aus Natursteinen errichtet Kirche Schauplatz von Konzerten der unterschiedlichsten Musikrichtungen. Tradition hat beispielsweise das Weihnachtskonzert mit dem nahegelegenen Gymnasium „Friedrich Schiller“. Da ist die Kirche schon mal bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Geschichte der Kirche reicht bis ca. 1200 zurück, von der romanischen Vorgängerkirche ist noch der untere Teil des Turmes erhalten. Im 15. Jahrhundert kam mit dem gotischen Erweiterungsbau ein neuer Baustil hinzu und die Kirche erhielt mit einem südlichen und einem nördlichen Anbau einen kreuzförmigen Grundriß. In der Zeit von 1969 bis 1973 wurde St. Marien umfassend renoviert, denn in der Substanz waren gravierende Schäden aufgetreten. Im Zuge einer beispiellosen Rettungsaktion engagierten sich zahllose Bleicheroder für ihre Kirche, weitere Unterstützung kam aus der Partnergemeinde Rüsselsheim in Hessen.

Wenn die nun anstehende Sanierung im November 2018 abgeschlossen ist, plant man in Bleicherode den Einbau einer neuen Heizung, damit die Kirche auch in der kalten Jahreszeit für die vielen Veranstaltungen besser genutzt werden kann. St. Marien etabliert sich dabei als Gemeindezentrum über die Stadt Bleicherode hinaus für die umliegenden Dörfer und den Kirchenkreis. Die Stiftung KiBa fördert die Arbeiten mit 15.000 Euro. Weitere Mittel kommen aus Städtebauförderung, Kirchenkreis, Landeskirche, dem Land Thüringen und natürlich von vielen privaten Unterstützerinnen und Unterstützern. Sie alle wollen ihren Teil für die Kirche beisteuern und sie den kommenden Generationen erhalten – die individuelle Würdigung in Form eines Messingschildes mag dabei ein schöner und vor allem dauerhafter „Nebeneffekt“ sein.