St. Jakobi Bornhöved
St. Jakobi Bornhöved

Mit Gips und Zwickelsteinen für ein besonderes Denkmal

„Kirche des Monats Juni 2018“ in Bornhöved

Kein Geringerer als Vicelin (auch Vizelin oder Vicelinus) weihte die St. Jakobi-Kirche in Bornhöved. Der in der katholischen Kirche als Heiliger verehrte Bischof von Oldenburg, dem auch Evangelische Gemeinden am 12. Dezember gedenken, lebte zwischen 1090 und 1154. Er wirkte als Missionar der ostholsteinischen Slaven; die Kirche in Bornhöved, das heute zum Landkreis Segeberg in Schleswig-Holstein gehört, weihte er fünf Jahre vor seinem Tod, 1149. Heute markiert die für ihre Zeit ungewöhnlich große, im romanischen Stil erbaute „Kirche des Monats Juni 2018“ den historischen Mittelpunkt des Ortes.

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Vicelin-Kirche St. Jakobi Bornhöved 

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Vicelin-Kirche St. Jakobi Bornhöved 

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Vicelin-Kirche St. Jakobi Bornhöved 

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Mit Feldsteinen und Gipsmörtel wurde St. Jakobi also vor rund 767 Jahren errichtet, in der so genannten Kletterschaltechnik, bei der die Feldsteine übertüncht wurden. Erst in späteren Jahrhunderten wurden Feldsteinkirchen als romantisch empfunden, und die glatte Gipsfläche im Inneren von St. Jakobi wurde abgeschlagen. Der neugotische Backsteinturm, 40 Meter hoch und weithin sichtbar, kam erst im Jahr 1866 hinzu. Das Kircheninnere ist eher schlicht gehalten, auffällig sind die modernen Buntglasfenster im Osten und Norden, sowie die hölzerne Kanzel im Rokokostil. „Aufgrund ihrer historischen, künstlerischen und ortsbildprägenden Bedeutung“ wurde dir Kirche vor 50 Jahren in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen, so ist es in einem Schreiben des Landesamtes für Denkmalpflege zu lesen. Entsprechendes Interesse gibt es auch dort an der jetzt notwendigen Instandsetzung von St. Jakobi.

„Im Laufe ihres langen Kirchenlebens haben sich Risse gebildet, gegen die wir etwas haben“, heißt es dazu auf der Website der Gemeinde über die Kirche in Bornhöved. Die Feuchtigkeit in den Wänden ist zu hoch, entsprechend gering das Zutrauen, dass sie das Gebäude schadlos weiter tragen. Als Gegenmittel angeführt werden „eine tolle Architektin, jede Menge Gips, Feldsteine, fleißige Handwerker - aber nicht genügend Geld.“ Hier wird Klartext gesprochen: Rund 920.000 Euro werde das „Anti-Aging-Programm“ für die Kirche kosten.

Die Stiftung KiBa fördert die Maßnahmen jetzt im zweiten Jahr mit insgesamt 25.000 Euro. In der Gemeinde selbst hat sich eigens ein Förderverein gebildet, der sich um die Einwerbung von Spenden kümmert. Vereinsbeiträge und Kollekten werden gesammelt, aber auch kleine phantasievolle Aktionen tragen dazu bei, dass immer mehr Geld zusammen kommt. „Ein Herr aus der Kirchengemeinde bastelt das ganze Jahr über kleine Engel aus Holz“, berichtet Sabine Brause, die Gemeindesekretärin. Die werden gegen Spenden abgegeben, ebenso wie die „Zwickelsteine“: Eine Süßigkeit, die einer im Ort sehr üblichen Form von Steinen nachempfunden wurde. Die „echten“, sorgfältig behauenen Steine dienen dazu, Ecken und Lücken in einem Mauerwerk zu füllen. Mögen die süßen Ableger dieser Steinart in Bornhöved dazu beitragen, die Löcher in der Finanzierung der Kirchensanierung zu stopfen!