Dorfkirche Barleben

In Barleben wird die Kirche durch viele „Patenschaften“ unterstützt

KiBa-Kirche des Monats Februar

Hoch zufrieden klingt der Pfarrer. „Sehr lebendig“ ist seine Gemeinde in Barleben, meint Johannes Könitz; und die dazugehörige Kirche St. Peter und Paul findet er „einfach schön“. Sie ist ein Stück Heimat, nicht nur für ihn: „Viele Menschen erzählen mir, dass sie sich nach Reisen immer genau in dem Augenblick wieder zu Hause fühlen, wo sie die Kirche sehen.“ Kann sich ein Pfarrer mehr wünschen? Ja, natürlich! Auf seine Gemeinde lässt Könitz nichts kommen, aber: Besser als eine schöne Kirche ist eine rundum sanierte Kirche. Dieses Ziel teilt auch die Stiftung KiBa, die St. Peter und Paul als „Kirche des Monats Februar“ würdigt und die Arbeiten an dem Gebäude in diesem Jahr mit 25 000 Euro unterstützt.

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St. Peter und Paul Barleben 

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Eigentlich hatte die Gemeinde zunächst nur vorgehabt, ihre Kirche äußerlich zu bearbeiten. Welcher mehr als 660 Jahre alte Bau bräuchte nicht ab und zu ein wenig Schönheitspflege? Bei den Voruntersuchungen, die noch Könitz‘ Vorgänger im Pfarrhaus initiiert hatte, wurde 2008 dann aber festgestellt, dass dringend viel mehr getan werden musste. Hals über Kopf ließ die Behörde das Gebäude sperren: Die Balkenköpfe der Dachkonstruktion waren verfault, der gesamte Dachstuhl drohte einzustürzen. Nach einer notdürftigen Sicherung des Daches war klar, dass die Gemeinde tief in die Tasche würde greifen müssen.

Seit Mitte des 14. Jahrhunderts steht die verputzte Saalkirche in der „Alten Kirchstraße“ des heute rund 5.800 Bewohner zählenden Ortes Barleben in Sachsen-Anhalt. Die Weihe des Bauwerks fand vermutlich am 29. Juni 1348 statt – nach julianischem Kalender der Peter und Paulstag. Während des Dreißigjährigen Krieges erging es dem Gebäude schlecht, mehrfach wurde es von Kaiserlichen Truppen geplündert und zerstört. Erst 1681 begann der Wiederaufbau im barocken Stil, der am 1. Advent 1699 zu Ende kam. 1713/14 erhielt der Turm seine Schweifhaube und wuchs damit auf eine Höhe von 32 Meter.

Die älteste bis heute erhaltene Glocke wurde 1735 gegossen. Eigentlich ist das Glockenläuten eine vertraute Melodie in Barleben, doch derzeit ist nicht zu hören: Auf der Hauptglocke aus Stahl liegt ein Läuteverbot, weil der tragende Hauptbalken im Turm zu morsch ist. „Das Geläute fehlt mir“, sagt Pfarrer Könitz, der froh ist, dass der Turm in diesem Jahr instandgesetzt werden soll. „Das Kirchenschiff haben wir gut hingekriegt“, meint er, das Dach ist fertig saniert und die Empore in der Kirche gesichert. Besonders froh ist Könitz über das neu entstandene Kirchencafé: Unterhalb der Orgelempore wurde eine Glaswand eingezogen, dahinter ein kleines Café eingerichtet. Dort könnte der Sonntag nach dem Gottesdienst also gleich mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken fortgesetzt werden – „und genau das tun wir!“, schmunzelt der Pfarrer. Außerdem können Eltern mit kleinen Kindern hinter der Glaswand spielen, während der Gottesdienst per Lautsprecher ins Café übertragen wird.

Etwa 260.000 Euro wird die Instandsetzung des Turms von St. Peter und Paul kosten, insgesamt, schätzt Könitz, „werden wir am Ende wohl rund 1, 7 Millionen Euro aufgewendet haben“. Weitere Instandsetzungsmaßnahmen im Inneren und ein neuer Putz für die gesamte Kirche sind geplant. Viel Geld, viel Arbeit – und doch scheint der Pfarrer kein bisschen verzagt. Denn da gibt es ja seine „lebendige Gemeinde“ und insbesondere den Förderverein „Bau und Kultur im Kirchspiel Barleben“, der 62 Mitglieder hat. „Das sind sehr kreative Köpfe, denen viel einfällt, damit wir Spenden bekommen.“

Angesichts der Fülle seiner Aufgaben ist Könitz sehr dankbar für die vielen Initiativen des Vereins. „Völlig baff“ war er über den großen Erfolg der ersten Aktion: Der Förderverein hatte zu „Balkenkopfpatenschaften“ aufgerufen. Alle 57 Patenschaften à 500 Euro waren binnen eines Dreivierteljahres vergeben. Gespendet hatten nicht nur Privatleute; auch lokale Unternehmen, der Feuerwehrverein und sogar die Barlebener Fußballmannschaft waren dabei. Das Erfolgsmodell wurde wiederholt: Die Initiative „Dachziegelpatenschaften“ läuft derzeit mit erheblicher Resonanz, und die Aktion „Stufenpatenschaften“ für die Wiederherstellung einer Treppe an der Seite der Kirche hinauf zur alten Patronatsloge endete damit, „dass wir mehr Paten als Stufen hatten“, erinnert sich Ute Lüder, die Schriftführerin des Vereins. Die Spendensammlung mündete in die feierliche Inbetriebnahme der ehemals für den Adel vorbehaltenen Loge in St. Peter und Paul, die nun wieder wie einst von außen über einen separaten Eingang betreten werden kann. „So können Besucher die Kirche besichtigen, ohne dass der Eingang geöffnet werden muss.“, sagt Ute Lüder. „Damit sind wir eine verlässlich geöffnete Kirche“. In der Loge befinden sich historisches Mobiliar, Informationsbroschüren – und natürlich eine Spendenbox.