Dorfkirche Spröda (Sachsen, Evangelische Kirche in Mitteldeutschland)
Dorfkirche Spröda (Sachsen, Evangelische Kirche in Mitteldeutschland)

„Wir sind durch“

Sanierung der Dorfkirche Spröda abgeschlossen

Auf der Wikipedia-Seite zu Spröda, einem Ortsteil der Kreisstadt Delitzsch in Nordsachsen, erfährt man viele interessante Dinge. Aber irgendjemand wird das Bild der Dorfkirche austauschen müssen, denn so sieht sie nicht mehr aus – die Sanierung ist fertig. Wir haben eine Vorher-Nachher-Animation gemacht.

Vor drei Jahren gab es schon einmal spektakuläre Bilder aus Spröda zu sehen: da schwebte die Turmhaube der Dorfkirche in 45m Höhe sanft am Haken eines 80-Tonnen-Krans zurück auf ihren angestammten Platz. Die Fachwerkkonstruktion war instabil geworden, eine Notsicherung verhinderte das Schlimmste. Dass die Sanierung damals so gut gelaufen ist, war auch ein Verdienst des aktiven Fördervereins, der 2015 zur Erhaltung der Kirche gegründet worden war. Dach- und Fassadensanierung wurden in den nächsten Bauabschnitt gelegt – und der ist jetzt ebenfalls abgeschlossen.

„Wir sind in Spröda mit den Arbeiten durch“, meldete Pfarrer Matthias Taatz Mitte Oktober an die Stiftung KiBa, die für die Arbeiten an der Kirche 2019 eine Förderzusage über 15.000 Euro gegeben hatte. Gut angelegtes Geld: das Kirchendach ist mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt, die Regenrinnen neu gemacht und die Fassade ist instandgesetzt. Auf historischen Aufnahmen der Kirche waren so genannte Fledermausgauben im Dach zu sehen, auch die sind nun wieder hergestellt. In Abstimmung mit der Denkmalbehörde wurden alle Arbeiten in traditioneller Handwerkstechnik ausgeführt.

Spröda blickt eine spannende Geschichte: 1547 wurde aus dem albertinischen Herzogtum Sachsen das Kurfürstentum Sachsen – und Spröda als Teil des Amts Petersberg kursächsisch. 150 Jahre später verkaufte August der Starke das Amt an Brandenburg-Preußen. So kam der finanziell angeschlagene Kurfürst zu Geld und Spröda wurde preußische Exklave im Herzogtum Magdeburg. 1807 wechselte der Ort durch den Frieden von Tilsit zusammen mit den anderen westelbischen Gebieten Preußens ins Königreich Westphalen – nur um sechs Jahre später nach der Niederlage Napoleons wieder preußisch zu werden. Die Neuordnung von 1816 machte dem Exklavendasein ein Ende und Spröda gehörte nun zum Kreis Delitzsch. Seit 1997 sind Spröda und Poßdorf Ortsteile von Delitzsch.

An die preußische Vergangenheit erinnert im Dach des Kanzelaltars der Dorfkirche das Monogramm von König Friedrich Wilhelm I.: „F W R -  Fridericus Wilhelmus Rex“. Er war Patronatsherr und soll damals mit 730 Reichstalern aus seiner Privatschatulle einen nicht unwesentlichen Teil der Kirche zu Spröda finanziert haben. Die Wetterfahne auf dem Kirchturm stellt dann konsequent auch den brandenburgisch-preußischen Adler dar.

Das tatkräftige Engagement der Bewohner von Spröda hat die Kirche als Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft wiederbelebt. Das Gotteshaus ist beliebtes Ziel aus naher und ferner Umgebung. Von der Stiftung KiBa kommen herzliche Glückwünsche für den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten, verbunden mit den Segenswünschen für eine gute Zukunft der Gemeinde. Und ein Dank geht an die Unterstützer und Unterstützerinnen der KiBa, die diese Förderung möglich gemacht haben.
 

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