Kreuzkirche Klieken

Rückkehr eines großen Meisters

In der „KiBa-Kirche des Monats Februar“ werden Altarflügel von Lucas Cranach erwartet

Ein großes Kunstwerk soll wieder Einzug halten in die Kreuzkirche Klieken: Die Flügel des Altars der Fachwerkkirche, von niemandem Geringeren als Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) geschaffen, sind der Gemeinde vor etwa 30 Jahren durch einen Diebstahl abhanden gekommen. 2007 wurden sie durch Zufall in Bamberg wiederentdeckt; nun sollen sie in Kürze wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren. In der Gemeinde ist die Vorfreude groß. „Natürlich ist es unser erstes Ziel, endlich mit dem vollständigen Altar Gottesdienst zu feiern“, sagt Pfarrer Dankmar Pahlings. „Aber schon jetzt kommen viele Touristen zu uns; das werden sicherlich noch mehr werden, und darauf sind wir auch ein bisschen stolz.“

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Die Kreuzkirche der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Zieko im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt ist eine der wenigen Fachwerkkirchen der Region aus dem 17. Jahrhundert. Schon 1697 erhielt sie den kostbaren Flügelaltar aus dem benachbarten Buro, und das lange bevor sie einen Kirchturm bekam, der erst 1784 angebaut wurde. Bevor sie die kulturhistorischen Kostbarkeiten von Lucas Cranach wieder dauerhaft beherbergen kann, muss die Dorfkirche allerdings noch angemessen ausgerüstet werden. Im März sollen die dafür notwendigen Restaurierungsarbeiten in die dritte und vermutlich letzte Phase gehen. Die Stiftung KiBa unterstützt die Baumaßnahmen an ihrer „Kirche des Monats Februar“ in diesem Jahr mit 30.000 Euro.

Die größte Bedrohung, der Pochkäfer, der bis vor kurzem das gesamte Fachwerkgebäude befallen hatte, ist inzwischen ausgemerzt. „Damit das so bleibt, hat die Gemeinde entsprechende Giftreservoire angelegt“, sagt Franziska Pietryas, die mit den Restaurierungsmaßnahmen beauftragte Architektin. Doch auch zu warme oder zu feuchte Luft und Langfinger gehören zu den natürlichen Feinden der Kunstwerke, die zeitweise für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Daher, so die Architektin, sind eine verbesserte sicherheitstechnische Ausstattung, zu der auch eine moderne Schließanlage gehört, wie auch die Installation einer Brandmeldeanlage sowie die Erneuerung der vorhandenen Elektroinstallation geplant. Außerdem soll der Turm statisch nachgesichert werden, die Restaurierungen der Außen- und Innentüren werden das Gebäude baulich sicher machen.

Über die technischen Notwendigkeiten hinaus will die Kirche den Cranachschen Werken auch optisch einen würdigen Rahmen bieten. So werden auch die Kanzel und die historisch wertvolle Holzkassettendecke sorgfältig aufgearbeitet. Schön hergerichtet werden soll auch der Ausstellungsraum für Besucher des Altars.

Auch aufgrund ihrer Lage in der Nähe der Luthergedenkstätten, am internationalen Elbradweg und der Nordroute des Lutherwegs zieht die Kreuzkirche viele Touristen an. Sollten es nach der Rückkehr der Altarflügel noch mehr werden, käme das der gesamten Region zugute. Die umfassende Renovierung der Kirche, die im November beendet sein soll, wird aber auch einen sofort spürbaren erfreulichen Nebeneffekt für Gemeindeglieder und Besucher haben: Damit das Raumklima nicht durch schädliche Heizungswärme beeinträchtigt wird, werden die Bänke mit einer behaglichen Sitzbankheizung versehen.