St. Nicolai Schwanefeld

St. Nikolai begeistert Archäologen und Anwohner

„Kirche des Monats Mai 2016“ in Schwanefeld

Seit mehr als dreißig Jahren lebt Wolfgang Towara in Schwanefeld. Er fühlt sich in dem etwa sieben Kilometer nordöstlich von Helmstedt gelegenen Dorf zu Hause; seine Mutter ist hier groß geworden. Mit seiner Frau wohnt Wolfgang Towara direkt gegenüber von St. Nikolai; „jeden Morgen, wenn ich aus der Tür komme, sehe ich die Kirche“, erzählt er - und schiebt gleich hinterher: „Ich möchte aber nicht zusehen, wie sie verfällt“.

Die Kirche, sagt Wolfgang Towara, ist die einzig verbleibende kulturelle Stätte im Dorf, das Zentrum Schwanefelds in jeder Hinsicht also. Deshalb ist es ihm nicht schwer gefallen, Gleichgesinnte zu finden und den „Förderverein zur Sanierung der evangelischen Kirche Schwanefeld“ zu gründen. Sechs Jahre ist der Verein alt, Towara ist der Vorsitzende, fühlt sich aber nicht als exponierter „Manager“: „Wir sind ein gutes Team und halten zusammen, und auch nur zusammen können wir etwas für die Kirche erreichen“.

Viel war und ist zu tun für dieses Team zum Erhalt von St. Nikolai, dem romanischen Saalbau, den die Stiftung KiBa als „Kirche des Monats Mai 2016“ würdigt. Im vergangenen Jahr haben Kirchenschiff- und Turmdachstühle eine Notsicherung erhalten, außerdem musste das Kirchengemäuer trocken gelegt werden. Weiter geht es in Kürze mit Gerüsten im Inneren und von außen, weiß Wolfgang Towara. Zimmerarbeiten am Dachstuhl stehen auf dem Programm. Dafür ist die Kirche inzwischen leergeräumt, Altar, Kirchenbänke und der barocke Taufengel mussten ausgelagert werden. „Zu Pfingsten wird es noch mal eine Taufe geben“, weiß der Fördervereinsvorsitzende, „aber dann beginnen die Bauarbeiten“. 40.000 Euro stellt die Stiftung KiBa dafür zur Verfügung.

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St. Nikolai ist eine der ältesten Kirchen in der Region. Inzwischen weiß man, dass das Gebäude um 1160 errichtet wurde, etwa 20 Jahr später kam der Westturm in der Breite des Kirchenschiffs hinzu. Von einem ehemals vorhandenen Chor kündet heute ein vermauerter Rundbogen. Innen wirkt der äußerlich imposante Bau eher schlicht. Die helle, flache Holzdecke bestimmt die Atmosphäre. Der kleine spätgotische Schnitzaltar stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts, die Emporen auf der West- und Nordseite wurden im Zuge der letzten Umgestaltung der Kirche im Jahr 1677 eingefügt. „St. Nikolai gibt den Bauforschern einige Rätsel auf“, sagt Wolfgang Towara. Eine Überraschung sei bei Trockenlegungsarbeiten die Entdeckung von Grundmauern einer romanischen Vorhalle an der Südseite gewesen; weitere archäologische Untersuchungen laufen.

Zur Finanzierung der Instandsetzung ihrer Kirche haben die Schwanefelder nicht nur potenzielle Förderer angesprochen, sondern Spenden natürlich auch durch Veranstaltungen gesammelt. Solang St. Nikolai noch einigermaßen einladend war, gab es dort viele Kinderfeste, Musikfestivals und Lesungen zugunsten der Sanierung. Mit einer leeren Kirche ist das Spendensammeln nicht so einfach, sagt Wolfgang Towara. Aber der Förderverein bleibt am Ball. Erst in der letzten Woche haben die Förderer die Ausstellung eines örtlichen Künstlers in der Kirche eröffnet.