St. Mauritius Bottendorf (Thüringen)
St. Mauritius Bottendorf (Thüringen)

Ein gemeinsamer Kraftakt zum Erhalt der Kirche

„Kirche des Monats Januar 2021“: St. Mauritius in Bottendorf

Die erste „Kirche des Monats“ im neuen Jahr befindet sich in einer kleinen Ortschaft am Rande Thüringens. Mit seinen 900 Einwohnern scheint Bottendorf auf den ersten Blick ein bescheidenes Dörfchen zu sein, doch Geschichtskundige wissen: Die Gemeinde hat eine stolze Vergangenheit. Zahlreiche archäologische Funde bezeugen schon eine Besiedlung zur Zeit der Schnurkeramiker vor mehreren Tausend Jahren. Eingebettet im grünen Unstruttal zwischen dem Ziegelrodaer Forst und der Finne, lockte der Ort seit eh und je Siedler in die Gegend.

Namentlich wurde Bottendorf – damals noch Butilendorpf – schon vor rund 1100 Jahren im „Hersfelder Zehntverzeichnis“ erwähnt. Im 12. Jahrhundert hatte Pfalzgraf Friedrich IV. hier seinen Sitz und bewohnte eine edle Burganlage. Von dieser ist heute jedoch nichts mehr zu sehen: Auf den Überresten der Burg und des zugehörigen Klosters St. Mauritius wurde im Jahre 1787 die gleichnamige Kirche erbaut. Dort steht sie heute unter Denkmalschutz und bietet den Dorfbewohnern Raum für ihre Feiern und Feste.

Doch das ist keine Selbstverständlichkeit, wie Pfarrerin Susanne Buchenau schildert. Damit die Kirche für die Gemeinde nutzbar bleibt, muss sie stets instandgehalten werden. „Es gab zum Teil in jährlichem Abstand etliche Baumaßnahmen zur Erhaltung von St. Mauritius", erzählt die Pfarrerin, 2005 gründete sich eigens dafür ein Kirchbauverein. Der Bauabschnitt für 2021, den die Stiftung KiBa mit 10. 000 Euro fördert, wird die erste Hälfte des krönenden Abschlusses sein: Die Sanierung des sechsseitigen Kirchturmdachs steht an. Dessen Holzkonstruktion wurde durch die zerschlissene Dacheindeckung aus DDR-Zeiten stark beschädigt und muss nun dringend aufgearbeitet werden. Das aufwändig gestaltete Dach zählt auch zu den Lieblingsdetails der Bottendorfer Pfarrerin: „Diese seltene Form versetzt mich beim Betrachten gedanklich in frühere Jahrhunderte." Wenn das aparte Dach fertig ist, soll noch das Oberdach des Kirchenschiffs in Angriff genommen werden, damit das Gebäude über die nächsten Jahrzehnte wieder Wind und Wetter standhalten kann. 

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Vor allem der engagierten Gemeinde sei es zu verdanken, dass die beliebte Kirche so gehegt und gepflegt wird, betont Susanne Buchenau. Die Mitglieder des Fördervereins hätten in den letzten Jahren keine Anstrengung gescheut und organisierten zahlreiche freiwillige Helfer für die Sanierungsarbeiten. Über 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden seien jährlich am Kirchgebäude geleistet worden: ein gemeinsamer Kraftakt der Gemeinde- und Vereinsmitglieder. „Immer wieder hat es der Kirchbauverein geschafft, die anderen Vereine des Ortes, wie den Angler-, den Karnevals-, den Sport- und den Schützenverein, zu aktivieren", erzählt die Pfarrerin begeistert.

Beispielsweise wurde die Scheune auf dem Pfarrhof zu einer Theaterscheune umgebaut. Dort finden – zumindest zu Nicht-Coronazeiten - regelmäßig Konzerte des Kirchenchors statt und im Advent gibt es gut besuchte Vorstellungen der Theatergruppe. Die vielen Spenden, die hierbei gesammelt werden, kommen wiederum der Kirchensanierung zugute. „Man kann sagen, dass durch die Aktivitäten des Kirchbauvereins ganz Bottendorf daran beteiligt ist, die Kirche im Dorf zu lassen und zu erhalten", lobt Susanne Buchenau. Daher sei es wichtig, den engagierten Dorfbewohnern nun nach all der Arbeit bald einen Erfolg zu präsentieren.