Das unentbehrliche „Trinitatis-Haus“
„Kirche des Monats August 2026“ in Schapen
Einer Kirche aus Beton würde man in diesen Tagen eigentlich keine große Zukunft zutrauen. Aber bei der Trinitatiskirche in Schapen, einem Ortsteil von Braunschweig, stehen die Zeichen gut. Das hat viele Gründe, die mit dem Gebäude selbst zu tun haben (dazu später mehr); der vielleicht wichtigste Pluspunkt für die Zukunftsfähigkeit der Trinitatiskirche ist indes: ihr kleiner Anbau. Drei Räume, Küche und WCs machen das „Trinitatis-Haus“ unentbehrlich für fast alles, was vor, nach und neben den Gottesdiensten stattfindet. Beispiele: Nach dem Ostergottesdienst gibt es Frühstück im Anbau; wenn die Konfirmanden in der Kirche übernachten, können sie dort ihr Abendbrot und Frühstück machen (und natürlich auch ihre Zähne putzen!) zwei von vielen Gelegenheiten, zu denen das Gemeindehaus seine Nützlichkeit beweist.
Aber auch unabhängig von der „großen Schwester Kirche“ wird das kleine Nebengebäude regelmäßig gebraucht. Für Sitzungen, Gesprächs- und Musikkreise – und als Ort für Gruppen, die nicht von der Gemeinde angeboten werden, wie etwa die „Platt-Gruppe“ und der Bürgerverein. „Auch der Jugendverein hat sich zuletzt zweimal hier getroffen“, berichtet Pfarrerin Christine Heuser, „das ist natürlich eine Win-win-Situation: Die Gruppen haben einen zentralen Treffpunkt, die Gemeinde erhält Spenden oder Mieteinnahmen. Und die Jugendlichen schauen dann auch mal außerhalb der regulären Gottesdienstzeiten in die Kirche hinein.“
Damit das Gemeindehaus ein Gewinn bleibt, muss es saniert werden: „Durch das Dach rieselt es herein“, sagt die Pfarrerin, „Insekten finden ihren Weg und auch Feuchtigkeit“. Im Herbst, hofft sie, können Gegenmaßnahmen beginnen. Rund 60.000 Euro werden die Sanierungsarbeiten, ein neuer Blitzschutz inklusive, kosten. Die Stiftung KiBa gibt 10.000 Euro dazu.

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen

Trinitatiskirche Braunschweig-Schapen
Die Trinitatiskirche wurde 1970 eingeweiht. Sie ist durchweg schlicht mit Beton gestaltet, auch Altar und Kanzel sind aus dem grauen Allzweck-Material. Doch der Bau, versichert Christine Heuser, hat seinen „ganz eigenen Charme“. Sie gerät ins Schwärmen, wenn sie über dieses besondere Kirchengebäude berichtet. Vor allem das Lichtkonzept erhebt betonbeschwerte Gemüter: Ein auf der Nordseite installiertes farbenprächtiges Fensterband des österreichischen Künstlers Adi Holzer sorgt mit einer Breite von 12,5 Metern für Wohlbehagen und ganz besondere Lichtmomente: „Am Ostersonntag zum Beispiel fällt das Licht bei Sonnenaufgang durch ein spezielles Osterfenster direkt auf das Altarkreuz.“
Außerdem sind da noch die Werke des zeitgenössischen Künstlers Jürgen Weber als „besondere Schätze“ im Kirchenraum zu finden. Allenthalben gelobt werden außerdem die hervorragende Akustik – und die vielen, vielen Nutzungsmöglichkeiten der Trinitatiskirche: Teppichboden und flexible Bestuhlung machen sie als „Kinderkirche“ ebenso attraktiv wie als Ort für einen Taizé-Abend mit 150 Gästen. Ein guter Gottesdienstort und ein „Fast-alles-ist-möglich-Paket“ ist dieses Bauwerk, immer flankiert von den zusätzlichen Möglichkeiten des „Trinitatis-Hauses“. „Ohne das Gemeindehaus geht es nicht“, ist die Pfarrerin überzeugt.
Für die Sanierung muss die Gemeinde einen finanziellen Eigenanteil von rund 20.000 Euro erbringen. Christine Heuser ist zuversichtlich, „dass wir das wuppen“. Zum einen ist geplant, potenzielle Spenderinnen und Spender persönlich anzusprechen. Zu allen Festen liegen außerdem Postkarten mit den Motiven der Kirchenfenster aus, die gegen Spende erworben werden können. Das freiwillige Kirchgeld ist für die Sanierung eingeplant, und auch so manche Kollekte, berichtet die Pfarrerin. „Wir hoffen auf Großzügigkeit, wenn die Kollekte sichtbar der eigenen Gemeinde zugutekommt.“
Das „Trinitatis-Haus“, das 14 Jahre nach der Kirche im Jahr 1984 entstand, war von dem Architekten Ulrich Hausmann von Anfang an als Ergänzung gedacht, Kirche und Anbau sind auch optisch eine Einheit. Sobald die Restaurierung abgeschlossen ist, will die Gemeinde das Haus für weitere Gruppen und Kreise in Schapen und Umgebung öffnen „und weitere Gelder generieren“, betont Christine Heuser. Keine Frage: Die Weichen für die Zukunft der Trinitatiskirche sind gestellt.