Gottesdienst in der Dorfkirche Großpaschleben (Sachsen-Anhalt)
Gottesdienst in der Dorfkirche Großpaschleben (Sachsen-Anhalt)

Von Schwellhölzern, Balkenköpfen und Sparrenfüssen

Der 3. Bauabschnitt in Großpaschleben ist abgeschlossen

Gute Nachrichten aus Sachsen-Anhalt: die Sanierung der Dorfkirche Großpaschleben im Kreis Anhalt-Bitterfeld macht Fortschritte. Während in den beiden vorangegangenen Bauabschnitten die Schäden am Turm beseitigt wurden, ging es nun um den Dachstuhl des Kirchenschiffes einschließlich der Neueindeckung.

Lange Jahre hat die Kirche mit ihrem mächtigen romanischen Turm aus dem 11. Jhd. leer gestanden. Einsturzgefährdet war sie glücklicherweise nicht – aber von Leben konnte man in dem Gotteshaus auch nicht wirklich sprechen. Heute sieht das ganz anders aus, denn Großpaschleben ist die „JugendKirche Pluspunkt“. Das landeskirchliche Projekt hat die Kirche wunderbar wiederbelebt. Die Restaurierung erschließt immer größere Spielräume für die Gemeinde. Auch die KiBa ist mit im Boot und hat im vergangenen Jahr den dritten von insgesamt fünf Bauabschnitten mit 10.000 Euro gefördert – und die Großpaschlebener Kirche zur KiBa-Kirche des Monats Juli 2022 gekürt. Jetzt ist dieser Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen.

Dachsanierung in Großpaschleben

Dachsanierung in Gro�?paschleben

Dachsanierung in Großpaschleben

Dachsanierung in Gro�?paschleben

Dachsanierung in Großpaschleben

Dachsanierung in Gro�?paschleben

Dachsanierung in Großpaschleben

Dachsanierung in Gro�?paschleben

Dachsanierung in Großpaschleben

Dachsanierung in Gro�?paschleben

Im Großen und Ganzen hatte sich die Grundsubstanz des Dachstuhls als gut erwiesen. Die Konstruktion stammt vermutlich komplett aus dem 19. Jhd. Doch in einigen Teilen war das verbaute Holz schwer geschädigt, manche Hölzer waren so stark verformt, dass sie sich Verbindungen zu lösen begannen. Massive Feuchteschäden haben dazu geführt, dass 2021 mehrere Sparrenfelder auf der Nordseite notabgestützt werden mussten. Verrottete Schwellhölzer, Balkenköpfe und Sparrenfüße haben die Situation verschärft. Bei der letzten Dachdeckung waren – aus welchen Gründen auch immer – Betondachsteine verbaut worden, die eigentlich zu schwer für das Tragwerk sind.

Alle maroden Ziegel wurden abgebrochen. Wo im Dachstuhl die Balken und Sparrenköpfe noch über genügen Tragfähigkeit verfügten, wurden die Hölzer beidseitig verstärkt, oder eben abgesägt und neu gesetzt, wenn das nicht mehr der Fall war. Ein Statiker hat die Zimmerleute unterstützt. Jetzt ist das Dach in über dem Kirchenschiff mit Biberziegeln in naturrot neu gedeckt. Biberschwanzziegel enden in einer Rundung und erinnern damit an das namensgebende Tier. An der oberen Kante befindet sich die „Nase“, ein kleiner Vorsprung, mit dem Ziegel in die Dachlatte eingehängt werden. Sie werden vor allem bei denkmalgeschützten Bauwerken und Kirchen eingesetzt und gelten als „der deutsche Ziegel schlechthin“.

Die vollständige Sanierung der Großpaschlebener Kirche ist bis 2027 projektiert und mit 565.000 Euro veranschlagt.